Information · Verfahren

Wie eine Mediation abläuft.

Fünf Phasen, klar strukturiert. Was geschieht in jeder Phase, wie lange dauert ein Verfahren, was kostet es, was sollten Sie mitbringen.

0 VORBEREITUNG I THEMEN II INTERESSEN III OPTIONEN IV BEWERTUNG V VEREINBARUNG

Vorgespräch · Themensammlung · Interessenklärung · Optionen · Bewertung · Vereinbarung

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Vorgespräch und Mediationsvertrag

Vor der eigentlichen Mediation klären wir in einem Vorgespräch, ob das Verfahren für Ihre Situation geeignet ist. Wir besprechen Inhalte, Spielregeln, Vertraulichkeit, meine Rolle und den ungefähren Kostenrahmen.

Zu Beginn der Mediation wird ein Mediationsvertrag unterzeichnet. Er hält fest: Was wird mediiert? Welche Regeln gelten? Was passiert mit Informationen, die in der Mediation geteilt werden? Vertraulichkeit ist die Grundlage des Verfahrens.

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Themensammlung

Beide Seiten benennen, worüber sie sprechen möchten. Ohne Bewertung, ohne Vorabentscheidung. Alle Themen werden festgehalten und sichtbar gemacht — auf einer Tafel, einem Flipchart, einem geteilten Dokument.

Die Themensammlung ist mehr als eine Tagesordnung. Sie macht den Umfang des Konflikts greifbar — und sie zeigt häufig schon hier: Was als ein einziger Streit erscheint, besteht in Wahrheit aus vielen einzelnen Themen, die unterschiedlich gelöst werden können.

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Interessenklärung

Hinter jeder Forderung steht ein Interesse, ein Bedürfnis. Wer sagt "Ich will das Haus", meint vielleicht "Ich will Sicherheit für die Kinder". Wer auf seinem Anteil besteht, meint vielleicht "Ich will anerkannt werden für das, was ich beigetragen habe".

In dieser Phase wird das Sichtbare verlassen und die Lage darunter erkundet. Was steht für jede Seite wirklich auf dem Spiel? Welche Bedürfnisse müssen erfüllt sein, damit eine Lösung tragfähig wird?

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Optionen entwickeln

Erst wenn die Interessen geklärt sind, beginnt die Suche nach Lösungen — bewusst ohne sofortige Bewertung. Ziel ist es, möglichst viele Optionen auf den Tisch zu bringen, auch unkonventionelle, auch solche, die zunächst unrealistisch erscheinen.

Die Erfahrung zeigt: Lösungen, die wirklich tragen, sind selten die offensichtlichen. Sie entstehen oft erst, wenn der Möglichkeitsraum weit genug geöffnet wurde.

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Bewertung und Auswahl

Aus den entwickelten Optionen werden diejenigen ausgewählt, die für alle Seiten tragfähig sind. Geprüft wird: Erfüllt die Lösung die zuvor freigelegten Interessen? Ist sie realistisch umsetzbar? Hält sie auch unter veränderten Umständen?

Hier wird auch über Konsequenzen gesprochen — was passiert, wenn eine Seite sich nicht an die Vereinbarung hält? Welche Mechanismen sollen greifen?

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Vereinbarung

Die Lösung, die Sie gemeinsam gefunden haben, wird schriftlich fixiert. Je nach Sachverhalt kann die Abschlussvereinbarung anwaltlich überprüft, notariell beurkundet oder gerichtlich anerkannt werden.

Eine gut gestaltete Mediationsvereinbarung ist konkret, überprüfbar und enthält Regelungen für den Fall, dass sich Umstände ändern. Sie ist kein Friedensgedicht, sondern ein tragfähiges Arbeitsdokument.

Dauer, Kosten und Setting

Dauer pro Sitzung
In der Regel 90 bis 180 Minuten
Anzahl Sitzungen
Typisch zwei bis sechs, abhängig von Komplexität
Gesamtdauer
Wenige Wochen bis einige Monate
Honorierung
Stundensatz oder Pauschale; vorab transparent vereinbart
Kostenträger
Werden in der Regel zu gleichen Teilen von den Beteiligten getragen
Ort
Neutraler Raum in Stuttgart oder Online-Setting; in Ausnahmefällen vor Ort

Was Sie mitbringen sollten

Bereitschaft zur Auseinandersetzung. Mediation funktioniert nur, wenn beide Seiten das Verfahren wirklich wollen. Wer nur kommt, um die andere Seite zu überzeugen oder Zeit zu gewinnen, wird nicht weit kommen.

Vertraulichkeit. Was in der Mediation gesagt wird, bleibt dort. Diese Regel gilt für die Mediation selbst, aber auch zwischen den Beteiligten — was die Gegenseite preisgibt, wird nicht außerhalb verwendet.

Zeit. Mediation braucht Sitzungslänge und Sitzungsabstände, in denen das Besprochene reifen kann. Wer eine Lösung in einer Sitzung erzwingen will, missversteht das Verfahren.

Offenheit für Eigenverantwortung. Die Mediation entscheidet nicht für Sie. Sie führt das Verfahren, in dem Sie selbst entscheiden. Das ist die Stärke des Verfahrens — und seine Anforderung.